Schweizermeister in der Off Season

Off-Season: Meine Vorbereitung auf die Saison 2018

Von Lukas Schär

Mehr als drei Monate ist es her, seit ich die SM in Kreuzlingen gewonnen habe. Ich werde mich bestimmt noch lange an diesen einen Moment erinnern: Als ich auf der zweitletzten Bahn den Drive zum Birdie parkierte und ich mir endlich sicher war, dass nichts mehr schiefgehen wird. Das Auftauchen aus 16 ½ Bahnen Tunnelblick. Schweizermeister.
Dieses erlösende Kribbeln fühlte sich toll an. Hinterher ist mir jedoch klar geworden, dass nicht das Hochgefühl die beste Erfahrung an diesem Turnier war, sondern der lange Tunnel davor. Fast nichts hätte mich an diesem Sonntag aus dem Konzept bringen können. Die Runde war zwar nicht perfekt, aber mit Sicherheit mein bislang bestes Flow-Erlebnis im Discgolf.
Nun meine grosse Frage: Wie kriege ich das nächste Saison noch besser, noch öfter hin? Daran versuche ich während der Wintermonate zu arbeiten.
Wobei „Arbeiten“… Discgolf macht mir in erster Linie Spass. Aber ich will mich eben auch ständig verbessern. 2018 ist EM-Jahr und das Turnier in Kroatien mein grosses Ziel (die Nominationen werden wohl demnächst bekannt gegeben). Dafür braucht es Training und im Optimalfall einen Plan. Meiner geht so:

Kraft und Ausdauer
Ich war schon immer überzeugt, dass sich Ultimate Frisbee und Discgolf sehr gut ergänzen. Einer der Vorteile von Ultimate für mich als Discgolfer sind die vielen Trainingsmöglichkeiten. Ich kann nicht nur jede Woche Frisbee spielen (auch im Winter), es ist auch immer eine Truppe da, die sich gegenseitig motiviert und den Rahmen schafft für ein effektives Kraft- und Ausdauer-Training.
=> Trainingsplan Punkt Nr. 1: Wöchentliches Fitness-Training mit den Panthers (www.dcp.ch)

Discgolf spielen
Die Kurse der Umgebung abklappern, Runden spielen, Skins spielen, Urban Discgolf, Putting-Contests, Discgolf-Marathon, alles was unser Sport als Freizeitaktivität hergibt. Mindestens einmal pro Woche kann ich mich auf unsere Crew verlassen. Diesen Leuten aus meinem engsten Freundeskreis bin ich extrem dankbar dafür, dass sie mich am Samstag und Sonntag auch dann mitreissen, wenn mir das Wetter eigentlich zu mies oder kalt zum Spielen wäre. So kann ich meine Skills regelmässig unter sportlichen Bedingungen testen und wertvolle Erfahrungen austauschen.
=> Trainingsplan Punkt Nr. 2: Discgolf-Spielen in allen Formen. Jedes Wochenende mind. 1 Mal

Discgolf trainieren
Ein Korb, eine Spielwiese und etwas Zeit reichen dafür aus. Im Training versuche ich bewusst an meinen Bewegungen zu arbeiten und Abläufe zu automatisieren. Meistens suche ich mir zwei drei Dinge aus, an denen ich noch feilen möchte. Für den Effekt besonders wichtig sind viele Wiederholungen. Deswegen lege ich mir meine Trainingsinhalte früh zurecht und packe dann entsprechend wenig verschiedene, dafür aber umso mehr gleiche Scheiben ein. Beispiel: Sechs P1x, sechs Star Cros und sechs Star TeeBirds. Damit kann ich z.B. Jump-Putts, Sidearm-Approachs und schnurgerade Fairway-Drives trainieren, ohne dass es zu schnell langweilig wird.
=>Trainingsplan Punkt Nr. 3: Eigentliches Discgolf-Training. 1x pro Woche

Ich glaube, alle drei genannten Trainingsaspekte sind wichtige Voraussetzungen um den Tunnel, den Flow wiederzufinden, wenn ich ihn brauche. Ob mein Trainingsplan etwas taugt, werde ich spätestens im Sommer wissen. Hoffentlich an der EM.

Kommentare sind geschlossen